Wenn jeder seine Stärken einbringen kann, wird’s besser

Im Rahmen eines Talentprogramms bin ich mit einem Instrument in Kontakt gekommen, das verschiedene Persönlichkeitstypen und ihre Verhaltenspräferenzen für mich sinnvoll beschreibt.

Ich möchte das heute am Beispiel „Präferierte Denk- und Arbeitsweisen“ beleuchten, da ich dort gerade so ein wunderbares Beispiel dafür im Projekt erlebt habe. Wenn Ihr Euch fragt, mit welchem Instrument ich die Persönlichkeitstypen betrachte, seid gewiss, dass ich dazu in Zukunft noch mehr Details verraten werden. Jetzt geht es aber erstmal um mein Erlebnis.

 

Relevante Unterschiede für den Aspekt „Denk- und Arbeitsweisen“ sind vor allem wahrnehmbar bezogen auf:

  • den Informationsbedarf,
  • den Detaillierungsgrad,
  • den Reflexions- und Vorbereitungsbedarf
  • und die Verarbeitung von Informationen.

Kaum zu glauben, aber nicht jeder hat hier die gleichen Bedürfnisse. Und viele Menschen haben andere Präferenzen als ich. Und das ist ziemlich gut so. 😉

 

Ich selbst bin bei konzeptionellen Arbeiten eher flott unterwegs, habe schnell Ideen im Kopf, kann Zusammenhänge und ordnende Strukturen benennen die ich dann kurz skizziere, und schon kann’s wegen mir gerne weitergehen. Das finde ich so weit ganz gut.

Jetzt habe ich aber mit der Zeit – und dem dazu gewonnen Wissen über die Verschiedenheit der Persönlichkeiten – glücklicherweise gemerkt, dass meine Ergebnisse dadurch durchaus ihre Lücken haben … und dass andere Personen andere Bedürfnisse und Vorgehensweisen haben – die meine Ergebnisse hervorragend ergänzen und verbessern können.

 

Das kann ein absoluter Erfolgsfaktor in der Teamarbeit sein!

 

Natürlich fällt es uns besonders leicht, mit Personen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Präferenzen haben wie wir selbst. Man versteht sich ohne viele Worte. ABER die Ergebnisse werden so eben nur aus einer Präferenzperspektive heraus generiert. Und der Vorteil hat dann seinen Nachteil.

 

Wir haben in unserem 4-köpfigen Team durchaus verschiedene Persönlichkeitstypen mit unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen. Zum Glück. Das ist in der Abstimmung manchmal aufwendiger, manchmal auch echt nervig, aber es lohnt sich.

Was versuchen wir dabei zu beachten:

  1. Bewusstsein für die verschiedenen Bedürfnisse im Team schaffen.
  2. Rücksicht nehmen auf die verschiedenen Bedürfnisse.
  3. In kurzen Abstimmungsintervallen die unterschiedlichen Perspektiven der Ergebniserarbeitung zusammenbringen.

 

Was bedeutet das im konkreten Beispiel der gemeinsamen Erarbeitung eines Kategoriesystems für unsere Interview-Auswertung?

  1. Zuerst erarbeitet Ines, die eine sehr ausgeglichene, aber strukturierte Arbeitsweise bevorzugt, eine Diskussionsgrundlage, die sie uns erklärt, um einen greifbaren Startpunkt für die Teamarbeit zu bieten.
  2. Gemeinsam besprechen wir dies und klären Verständnisfragen, bevor jeder auf seine Art und Weise mit der Grundlage weiterarbeitet.
  3. Bei einer kurzen Abstimmung der Zwischenstände wird schnell klar, dass wir auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterwegs sind.
  4. Vivien, geprägt durch ihre sehr pragmatische Vorgehensweise, hat eine übersichtliche, aber flexible Darstellungsform erarbeitet, auf die wir uns sehr schnell einigen.
  5. Danach arbeitet jeder AN SEINEN Schwerpunktthemen weiter. Es wird dabei so viel Zeit eingeräumt, bis ALLE ihre Punkte fertig habe. Zur Vorbereitung werden die Ergebnisse der anderen kurz gesichtet, um einen Gesamteindruck zu bekommen.
  6. Zu Beginn der gemeinsamen Abstimmung wird meine Struktur als Grundgerüst gewählt. Oliver, mit seinem einzigartigen Blick für Details und Vollständigkeit, identifiziert die Lücken meiner Struktur mit gezielten Fragen sofort. Alle ergänzen Vorschläge zur Anpassung der Struktur und füllen diese mit den wichtigsten Details.
  7. Fertig!

Innerhalb von 10 Arbeitsstunden – von der Vorstellung der Diskussionsgrundlage bis zur Ergebnisverabschiedung – hatten wir das Kategorie-System entwickelt.

 

Die von mir – und uns – wahrgenommen Vorteile dabei waren:

  • jede/r konnte sich auf den Part konzentrieren, der ihr/ihm am besten liegt
  • durch kurze Abstimmungsintervalle werden Zwischenergebnisse der anderen schnell in die eigenen Überlegungen übernommen
  • jede/r hat einen wichtigen Beitrag zum Endergebnis geleistet und kann sich mit dem Ergebnis identifizieren
  • wir waren ziemlich schnell (effizienter Einsatz der Ressourcen)
  • das Ergebnis ist vollständiger als es 4 Einzelergebnisse aus der jeweils eigenen Perspektive wären
  • das Verhältnis von Input (Zeit) und Output (Qualität und Umfang des Ergebnisses) ist optimal

 

Diese Erfahrungen sind zur Nachahmung absolut zu empfehlen. Schaut mal in Eurem Team, wer welche Stärken in der Arbeitsweise mitbringt und wie diese bestmöglich zusammengebracht werden können!

Eure Theresa

 


Wenn Du es nicht abwarten kannst und schon jetzt mehr über das verwendete Instrument erfahren möchtest (was einiges über deine Persönlichkeit aussagt😉), melde dich gerne hier bei mir: theresa@kommunikationsrebellen.de

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