Kommunikationsrebellen

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Digitale Kommunikationskultur

Feedbackkultur: Ein paar Basics

Kapitel 2: „Die Feedbackkultur macht was mit uns!“

Aloha liebe Leser:innen,

 

ganz richtig „Aloha“! Wir empfehlen den Wikipedia-Artikel zu dem Wort, denn man erfährt, dass es weit mehr Bedeutung hat als das nordische „Moin“. Ähnlich geht es uns mit dem Feedback bzw. der Feedbackkultur! Vordergründig geht es um die Rückkopplung zu einem Thema oder einem Vorfall. Doch eine positive Feedbackkultur kann viel mehr, als nur als Spiegel des Handelns in einer Gesellschaft zu fungieren.

Denn im Grunde genommen ermöglicht erst eine konstruktive Feedbackkultur, dass sich Individuen und Organisationen weiterentwickeln und fit für die Herausforderungen der Zukunft werden können.

Wir möchten euch drei positive Effekte gern etwas näher vorstellen:

 

1. Öl oder Sand im Getriebe?

Wie fühlt sich Feedback bei euch an? Ist es schwierig, es zu geben und unangenehm, etwas zu bekommen? Wie laufen Jahresgespräche bei euch ab? Und was denkt ihr euch, wenn im Dezember Themen aus dem März besprochen werden? Ist Feedback eine unterstützende Maßnahme, die euch weiterbringt oder wird eher „Druck abgelassen“? Und muss Feedback immer gleich “negativ” sein? Wie üblich ist es bei euch im Unternehmen, dass bspw. gesagt wird: “Das war sehr gut präsentiert, danke!”? Und wie leicht fällt es euch, ein Dankeschön oder Kompliment anzunehmen?

Feedback (geben und bekommen) kann hakelig sein und kann die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Personen belasten. Doch das muss nicht sein!

Eine konstruktive Feedbackkultur, nach gemeinsam entwickelten, klaren Regeln und mit einer schnellen und zusätzlich regelmäßigen Rückkopplung ermöglicht es euch, Unsicherheiten frühzeitig aus dem Weg zu räumen und gemeinsam schneller, besser zu werden.

 

2. Lernen am Puls der Zeit

Die Idee ist ganz einfach: Schneller – besser – mehr Lernen! Aber: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und wie alles, was ich im Miteinander nachhaltig ändern möchte, bedarf es auch beim Feedbackgeben und –nehmen einfach stetiger Übung. Habt nicht den Anspruch, dass es sich sofort ändern wird und besprecht regelmäßig, was beim Thema Feedback gut funktioniert und was nicht. Durch dieses konstruktive Miteinander fällt es dem Team leichter sich auszutauschen, Themen direkt anzusprechen und Inhalte schnell zu klären. Möglichst noch direkt in der Situation, anhand eines Beispiels. So wird das Feedback eher als Verbesserung verstanden und nicht pauschal als negative Kritik gesehen. Durch kurze Rückkopplungsintervalle wird das neu Erlernte auch früher angewendet, sodass die Potentiale direkt in Optimierungen umgewandelt werden.

 

3. Steigerung des betrieblichen Erfolgs und der Arbeitgeberattraktivität

Der Punkt ist eigentlich offensichtlich, jedoch auch zu wichtig, um ihn nicht zu erwähnen. Eine konstruktive Feedbackkultur sorgt einerseits im Miteinander dafür, dass sich weniger Frust anstaut und Missverständnisse nicht größer werden als sie eigentlich sind. Andererseits sichert sie den optimalen Ablauf der betrieblichen Prozesse, wenn “selbstverständlich” und umgehend auf mögliche Gedankenlücken oder Fehler hingewiesen werden kann. Bonus-Punkt: Jemand, der sich gehört und verstanden fühlt, empfindet ein anderes Vertrauen und eine gesteigerte Motivation, sich auch von sich aus in andere Themengebieten einzubringen.

 

Ein kleines Zwischenfazit:

Die Feedbackkultur ist immer da (ob ihr wollt oder nicht), sie hat Superkräfte und sie kann euch und eurem Team helfen …

oder im Wege stehen – eure Entscheidung!

 

Und die Kokosnuss? Na, das ist doch offensichtlich 😉 Harte Schale – weicher Kern! Das passt auch ganz gut zur Feedbackkultur. Eigentlich wollten wir euch diese Woche auch noch ein paar Dos & Don’ts näherbringen, doch wir haben uns entschieden, diesen einen eigenen Artikel zu widmen.

Viele Grüße
Eure Rebellen

Feedbackkultur: Ab ins Trainingslager!

 

Kapitel 1: „Wir haben eine Feedbackkultur!“

 

Ja, natürlich habt ihr eine Feedbackkultur, ob ihr wollt oder nicht. Ihr seid eine Ansammlung von Individuen, welche miteinander interagieren und somit gebt ihr euch automatisch Feedback. Die Frage ist eher, ob in eurem Team ein bewusster Austausch zu Feedback-, Fehler- und Kommunikationskultur stattfindet.

Feedbackkultur und Kommunikationskultur gehen Hand in Hand. Gerade, wenn es darum geht, kritisches Feedback zu äußern, macht schnell „der Ton die Musik“. Auch viele unserer interviewten Experten:innen gaben an, dass Feedback-, Fehler- und Kommunikationskultur untrennbar miteinander zusammenhängen.

Grund genug, dass wir dem Thema nicht nur einen Blogartikel widmen, sondern eine Artikel-Reihe. Wir starten mit Grundlagen, den Definitionen und dem allgemeinen Bewusstsein für die Thematik. Weiter geht’s mit Dos & Don’ts und generischen Tipps. Wir zeigen euch auf, warum wir finden, dass diese Ansätze nur bedingt weiterhelfen und schicken euch im Anschluss ins Trainingslager!

 

Trainingslager?!

 

Genau, Trainingslager! Wir haben zwar ein paar gute Tipps und Tricks zu der Thematik ausfindig machen können, doch damit diese auch bei euch greifen, braucht es einfach mehr! Mehr von … euch! Denn am Startpunkt zur Erarbeitung einer konstruktiven Feedbackkultur steht ihr, euer Team und euer Bewusstsein für das Thema.

Und nun: Auf die Plätze, fertig, los – wir starten mit:

 

Was ist Feedback, was bedeutet Feedbackkultur und
wie sieht unsere erste Trainingseinheit aus?

 

Was ist Feedback? Nun, wir würde es mit „Rückmeldung“ oder noch besser „Rückkopplung“ in einem Wort übersetzen. Rückkopplung gefällt uns deshalb besser, da es einerseits das „rück“ beinhaltet, also wir bekommen Informationen zurück, andererseits die „Kopplung“, welche Verbundenheit zwischen den Feedback-Gebern und -Nehmern beschreibt. Im Rahmen des klassischen Aktion-Reaktion-Prinzips wäre das Feedback also als Reaktion auf eine Aktion einzuordnen. Aber, reicht das schon? Nehmt folgenden Denkanstoß doch schon mal mit in das Trainingslager:

 

„Feedback kann schon vor einer Aktion stattfinden
und somit Einfluss auf die Aktion nehmen!“

 

Dazu kurz ergänzend zur Feedbackkultur: Da immer mindestens zwei Personen involviert sind, wird sich ganz automatisch eine Kultur innerhalb dieser Gruppe entwickeln. Im betrieblichen Kontext also die Unternehmenskultur. Die Feedbackkultur macht, wie auch die Kommunikationskultur, einen Teil der Kultur im Unternehmen aus und steht zu dieser in Wechselwirkung. Weil wir also auf Aktionen reagieren, geben wir stets Feedback, auch wenn wir es manchmal gar nicht wollen. Denn: Auch kein Feedback ist Feedback!

Mehr möchten wir an Definition gar nicht vorwegnehmen, denn wir erachten es als äußert wertvoll, wenn ihr gemeinsam im Team eure ganz eigene Definition erarbeitet und diese als Ausgangspunkt für das „Feedback-Trainingslager“ nehmt. Nehmt noch den genannten Denkanstoß mit und tauscht euch im Team locker und frei aus. Wie ist die Situation bei euch im Team? Wie wird Feedback von Einzelnen definiert, empfunden, gegeben und empfangen? Wie war es in der Vergangenheit? Was war gut, was wurde als verbesserungsfähig empfunden?

Und schon seid ihr mitten im Training! Allein durch den Austausch schafft ihr, ganz automatisch, Bewusstsein für das Thema und legt somit den Grundstein für eine konstruktive und als angenehm empfundene Feedbackkultur.

Im nächsten Artikel schauen wir uns an, welche positiven Aspekte eine solche Kultur mit sich bringen kann, was generelle Dos & Don’ts sind und was das Ganze mit einer Kokosnuss zu tun hat.

 

Viel Spaß im Trainingslager,

Euer Christopher

Wie schreibst denn du?!“$§!“$%$%§@!“

In meiner persönlichen Vorstellung schrieb ich, dass ich einen Faible für „Emotionen im digitalen Raum“ habe. Doch, was meine ich eigentlich damit? 

Nun ja, tagtäglich lesen wir Aussagen, Texte, Informationen, eigentlich lesen wir den ganzen Tag etwas auf verschiedenen Bildschirmen. Und das Problem fängt beim „Lesen“ an! Augen können vieles, aber eine Tonalität, einen Unterton, ja einfach die Stimmung des anderen einfangen, das können Sie beim Anblick von Buchstabenketten nicht. Im Rahmen der schriftlichen Kommunikation, egal ob digital oder analog, gehen also Informationen verloren. Wobei verloren hierbei nicht richtig ist. Beide, Sender wie Empfänger einer Information, haben bestimmte Emotionen beim Senden und Empfangen der Nachricht. Das Medium kann diese nur nicht transportieren … obwohl … vielleicht ja doch? 

Eine kleine Übung – Ihr fragt eure:n Chef:in nach dem Ablageort einer Präsentation und erhaltet folgende Antworten (schriftlich & digital): 

  1. „die präsentation ist im event ordner auf laufwerk z“ 
  2. „Wie immer … die Präsentation ist auf dem LAUFWERK im entsprechenden ORDNER!!!“ 
  3. „Hi 🙂 Du findest die Präsentation im Event-Ordner auf Laufwerk Z, hier der direkte Link“
  4. „Hi, die Präsentation ist im Laufwerk Z/ Event-Ordner/ Präsentation Business Lunch“ 

 

Und? 

Der Klassiker aus der Psychologie: „Wie fühlen Sie sich dabei? 

 

Empfindet ihr einige Aussagen freundlicher als andere? Wäre Aussage 2 angebracht von deinem:r Chef:in, aber nicht von einem:r Auszubildende:n? 

Schlussendlich interpretieret der Empfänger die verloren gegangene Emotionalität einfach wieder in die Nachricht rein und das ganz automatisch. Es kann also passieren, dass sich jemand angegriffen fühlt, obwohl ein anderer nur mobil kurz und unbedarft etwas getippt hat. 

Im vorangegangenen Beispiel können wir ein paar Stellschrauben sehen, die die Interpretation einer Nachricht beeinflussen können: 

  • Orthographische & grammatikalische Fehler 
  • Grußformeln 
  • Groß- und Kleinschreibung  
  • Emojis  

Es gibt noch viele weitere und bestimmt stürze ich mich in einem der kommenden Artikel auf die ein oder andere Stellschraube, doch für jetzt möchte ich euch Zweierlei mitgeben: 

 

1. Gebt eurem Geschriebenen eine Stimme 

Sprecht im Team über unsichtbare Inhalte der Buchstabenketten, fragt Emotionen ab und klärt kritische Situationen mit der Stimme und nicht mit den Augen. Ihr könnt eure eigene Mini-Übung entwickeln und abfragen, wie euer Team eine Nachricht in verschiedenen Facetten interpretiert. Ist die Interpretation eher heterogen und vielfältig, dann ist das ein Indiz für eine fehleranfällige Sender-Empfänger-Beziehung. 

 

2. Schaut in den dreiseitigen Spiegel 

Okay, den habe ich mir eben ausgedacht, aber es passt einfach: 

  • Seite 1: Ihr guckt rein 
  • Seite 2: Ihr seht euer analoges, gesprochenes Ich 
  • Seite 3: Ihr seht euer digitales, geschriebenes Ich 

Reflektiert mit dem Spiegel zwei Dinge: Wie wirke ich auf andere und wie sehr weicht mein digitales Ich von meinem analogen Ich ab? Denn jemand der euch analog kennt, hat auch eine Erwartungshaltung an euer digitales Ich. 😊 

 

Also, don’t be evil 

euer Christopher 

 

PS: Habt ihr Lust auf ein kleines Sender-Empfänger Spiel? Meldet euch bei uns, wir haben die obenstehende Übung mit verschiedenen Personas und Situationen ausgearbeitet. 

Wir sind immer auf der Suche nach Teams und Unternehmen, um gemeinsam spannende Einblicke in das tägliche, digitale Miteinander zu bekommen! 

Hi, ich bin der Neue!

So fühlt es sich also an: Von heute an bin ich ein Rebell! Doch wird man einfach so, von heute auf morgen Rebell? Ich glaube der Gedanke an eine Revolution schlummert schon viel länger in mir! Ein Bauchgefühl, welches mich fragt: „Warum kommunizieren wir, wie wir kommunizieren?“, „Wieso klappt es manchmal besser, mal schlechter?“ und „Warum machen wir uns so wenig Gedanken über unsere Art zu kommunizieren, obgleich jeder Satz, jedes Wort Empfindungen in uns auslöst?“.

Wir alle haben schon Situationen erlebt, in denen wir durch gute Kommunikation großartiges erreicht haben … leider haben wir alle auch schon das Gegenteil erfahren. Ich glaube nicht daran, dass es die „eine, gute, richtige“ Kommunikation gibt. Für mich ist Kommunikation immer dann gut und richtig, wenn sie uns hilft unsere Ziele zu erreichen und wir uns dabei wohl fühlen.

Der Glaube daran, dass Kommunikation der Dreh- und Angelpunkt der täglichen Kollaboration ist und der Missmut zu sehen/ zu erfahren, wie sie uns ausbremsen kann, hat mich zu den Rebellen gebracht und nun zu einem gemacht!

Und die Revolution ist in vollem Gange: 59 Interviews, 46, nein nun 47 Blogartikel und gefühlte tausend Ideen- & Gedanken-Skizzen in OneNote. Das Team und die sehr umfangreiche Dokumentation helfen mir nun dabei, mich in den Status Quo einzuarbeiten und das erarbeitete Wissen aus den Interviews zu verinnerlichen.

Die Ziele des Projekts decken sich dabei mit meiner Motivation Rebell zu werden: Wir wollen den Begriff „Kommunikationskultur“ schärfen, Methoden, Tools und Tipps entwickeln und euch diese praxisnah aufbereiten. Mein persönliches Faible liegt dabei auf dem Punkt „Emotionen im digitalen Medium“, also die Frage nach den nicht gesprochenen/ geschriebenen Wörtern. ☹
Wieso das traurige Emoji? Jep, genau darüber solltet ihr stolpern 😉

Und nun geht es los: Viva la communicación – euer Christopher!

Manchmal braucht es Prioritäten

In Kundenprojekten, aber auch bei meiner eigenen Arbeit begegnet mir eine besondere Herausforderung immer wieder – ich komme an den Punkt, an dem es einfach „zu viel“ ist und ich Erwartungen und Anforderungen nicht mehr gerecht werden kann.

Ich denke, jeder kennt dieses Gefühl.

Gründe dafür gibt es viele:

  • tatsächlich zu viel
  • zu viele unterschiedliche Themen
  • zu viele Meetings und zu wenig Gelegenheit (Anm.1) Dinge zu bearbeiten

Und dann kommen noch Aspekte wie Urlaub, Krankheit, unvorhergesehene Aufgaben und anderes, was man so nicht geplant hat, dazu.

 

Bei uns war dieses „zu viel“ Mitte März erreicht. Ich kam aus dem Urlaub zurück und mein Team sprach mich zum Glück direkt darauf an.

 

Was haben wir dann gemacht?
Eine Planung im Team – wie es sich für gute Rebellen gehört (;o).

 

  1. Als Erstes haben wir alles zusammengetragen, was uns gerade beschäftigt – und alles, meint wirklich alles – also nicht nur Aspekte, die unser Projekt betreffen. Bei uns im Team beziehen wir – im Rahmen natürlich – auch Dinge aus dem privaten Bereich mit ein. Wer gerade baut, wessen Kinder gerade Home-Schooling haben, usw. hat sicherlich andere Kapazitäten und Leistungszeiten als andere Teammitglieder.
  2. Anschließend haben wir uns an den Zielsetzungen unseres/r Sprintboards entlang überlegt:
    – Was ist wichtig?
    – Was ist dringend?
    – Oder beides? (ja tatsächlich!)
  3. Was dem nicht eindeutig zuzuordnen war, hatte schonmal keine Priorität und wurde sofort von den ToDo-Listen gestrichen.
  4. Bei allem, was jetzt noch übrig war, dem Parkplatz also, haben wir uns nochmals gefragt:
    Müssen wir dies wirklich jetzt gerade tun oder können wir dies auch etwas später erledigen? Was für Auswirkungen hat das Parken. Über unklare Positionen wurde noch im Meeting abgestimmt und anschließend einsortiert – wichtig, dringend, beides, parken –
  5. und dann vor dem Hintergrund der verfügbaren Zeitbudgets verteilt.
  6. Die daraus resultierenden Prioritäten, inklusive der neuen zeitlichen Sortierung, haben wir dann ins CCMI-Team und an andere Betroffene kommuniziert.

 

Das Ergebnis: Eine klare Priorisierung und für jeden im Team wieder die Möglichkeit eigenen und anderen Erwartungen und Anforderungen gerecht zu werden.

 

Nun könnt ihr euch jetzt fragen:
„Warum schreiben die das hier – ist ja nicht gerade die neuste Idee“?

 

Weil es um Kommunikation geht:

 

  1. Ich muss kommunizieren, dass es „zu viel‘ ist.
  2. Ich muss diese Kommunikation hören, wahr- und ernst nehmen.
  3. Ich muss kommunizieren, um Prioritäten abzustimmen.
  4. Ich muss die gesetzten Prioritäten kommunizieren – auch nach „außen“.
  5. Ich muss kontinuierlich abstimmen (kommunizieren), ob die gesetzten Prioritäten so passen oder sich nochmal ändern.
  6. Ich muss kommunizieren, wenn ich aus dem „zu viel“ raus bin und wieder der „Normalfall“ herrscht.

 

Und weil es um Kommunikationskultur geht:

 

  1. Unsere Kommunikationskultur ermöglicht nicht nur das Ansprechen, sondern es ist uns allen klar, dass eine Nicht-Ansprache zu Problemen für das gesamte Team und das Projekt führt.
  2. Unsere Kommunikationskultur lässt in solche einem Moment alle innehalten und konzentriert nach einer gemeinsamen Lösung suchen – und bezieht bei der Suche und Entscheidung alle Player mit ein.
  3. Unsere Kommunikationskultur führt dazu, dass Entscheidungen unmittelbar auch an andere eventuell betroffene Personen, Abteilungen, Stakeholder kommuniziert wird.

 

Und natürlich auch, weil es dieses Projekt betrifft. Denn in den letzten Monaten haben wir unsere Tätigkeiten auf der Basis von Prioritäten deutlich reduziert. Ganz sind wir übrigens bei 6. noch nicht angekommen, aber wir bewegen uns dorthin und werden uns künftig auch wieder regelmäßiger über den Blog melden – der steht gerade irgendwo auf dem Parkplatz.

 

Bleibt gesund und achtet auf eure Prioritäten
Eure Ines

 


(Anm.1) Ihr merkt schon, ich vermeide das Wort „Zeit“. Zeit haben wir alle gleich viel am Tag, in der Woche usw. – die Frage ist jedoch, wie wir damit umgehen und diese nutzen. Versucht also nicht eure Zeit zu managen, sondern euch und stimmt euch mit eurem Team ab.

Ein Jahr Kommunikationsrebellen

Ein Jahr und 2 Monate

leisten wir als

kommunikationsrebellen

im Projekt

„Digitale Kommunikationskultur für kleine und mittlere Unternehmen“

einen

grundlegenden Praxis-Beitrag

für die Erschließung des Themenbereichs

der veränderten Anforderungen
an die Kommunikation innerhalb von Unternehmen
in Zeiten des digitalen Wandels.

Yeah!

 

Und ich weiß ich spreche für uns alle

Das war

– trotz der Widrigkeiten durch die Pandemie –

ein tolles Jahr!

 

Theresa hat das hervorragend bildhaft zusammengefasst

 

Die Arbeit im Projekt und die konzentrierte Beschäftigung mit dem Thema Kommunikationskultur hat mich als Mensch, als Coach und als Berater verändert. Das ist neben dem Thema an sich – der neuen Perspektive auf Kommunikation – dem Team mit seinen unterschiedlichen Kompetenzbereichen und unterschiedlichen Lebensphasen zu verdanken. Aber vor allem der intensive Austausch mit unseren Projekt- und Interviewpartnerinnen und partnern – über 60 hoch qualifizierten und engagierten Menschen – hat meine Sicht durch neues und anderes Wissen und Denken und unterschiedliche Haltungsperspektiven umgekrempelt.

Vielen Dank!

Ich möchte mich an dieser Stelle aber insbeondere auch bei Ines Jordan, unserer Projektleiterin und Initiatorin des Projekts bedanken – ohne sie wäre diese Wissensreise nicht möglich geworden!

Ich und wir freuen uns auf weitere 20 Monate (mindestens!)

Euer

Oliver

Wenn jeder seine Stärken einbringen kann, wird’s besser

Im Rahmen eines Talentprogramms bin ich mit einem Instrument in Kontakt gekommen, das verschiedene Persönlichkeitstypen und ihre Verhaltenspräferenzen für mich sinnvoll beschreibt.

Ich möchte das heute am Beispiel „Präferierte Denk- und Arbeitsweisen“ beleuchten, da ich dort gerade so ein wunderbares Beispiel dafür im Projekt erlebt habe. Wenn Ihr Euch fragt, mit welchem Instrument ich die Persönlichkeitstypen betrachte, seid gewiss, dass ich dazu in Zukunft noch mehr Details verraten werden. Jetzt geht es aber erstmal um mein Erlebnis.

 

Relevante Unterschiede für den Aspekt „Denk- und Arbeitsweisen“ sind vor allem wahrnehmbar bezogen auf:

  • den Informationsbedarf,
  • den Detaillierungsgrad,
  • den Reflexions- und Vorbereitungsbedarf
  • und die Verarbeitung von Informationen.

Kaum zu glauben, aber nicht jeder hat hier die gleichen Bedürfnisse. Und viele Menschen haben andere Präferenzen als ich. Und das ist ziemlich gut so. 😉

 

Ich selbst bin bei konzeptionellen Arbeiten eher flott unterwegs, habe schnell Ideen im Kopf, kann Zusammenhänge und ordnende Strukturen benennen die ich dann kurz skizziere, und schon kann’s wegen mir gerne weitergehen. Das finde ich so weit ganz gut.

Jetzt habe ich aber mit der Zeit – und dem dazu gewonnen Wissen über die Verschiedenheit der Persönlichkeiten – glücklicherweise gemerkt, dass meine Ergebnisse dadurch durchaus ihre Lücken haben … und dass andere Personen andere Bedürfnisse und Vorgehensweisen haben – die meine Ergebnisse hervorragend ergänzen und verbessern können.

 

Das kann ein absoluter Erfolgsfaktor in der Teamarbeit sein!

 

Natürlich fällt es uns besonders leicht, mit Personen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Präferenzen haben wie wir selbst. Man versteht sich ohne viele Worte. ABER die Ergebnisse werden so eben nur aus einer Präferenzperspektive heraus generiert. Und der Vorteil hat dann seinen Nachteil.

 

Wir haben in unserem 4-köpfigen Team durchaus verschiedene Persönlichkeitstypen mit unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen. Zum Glück. Das ist in der Abstimmung manchmal aufwendiger, manchmal auch echt nervig, aber es lohnt sich.

Was versuchen wir dabei zu beachten:

  1. Bewusstsein für die verschiedenen Bedürfnisse im Team schaffen.
  2. Rücksicht nehmen auf die verschiedenen Bedürfnisse.
  3. In kurzen Abstimmungsintervallen die unterschiedlichen Perspektiven der Ergebniserarbeitung zusammenbringen.

 

Was bedeutet das im konkreten Beispiel der gemeinsamen Erarbeitung eines Kategoriesystems für unsere Interview-Auswertung?

  1. Zuerst erarbeitet Ines, die eine sehr ausgeglichene, aber strukturierte Arbeitsweise bevorzugt, eine Diskussionsgrundlage, die sie uns erklärt, um einen greifbaren Startpunkt für die Teamarbeit zu bieten.
  2. Gemeinsam besprechen wir dies und klären Verständnisfragen, bevor jeder auf seine Art und Weise mit der Grundlage weiterarbeitet.
  3. Bei einer kurzen Abstimmung der Zwischenstände wird schnell klar, dass wir auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterwegs sind.
  4. Vivien, geprägt durch ihre sehr pragmatische Vorgehensweise, hat eine übersichtliche, aber flexible Darstellungsform erarbeitet, auf die wir uns sehr schnell einigen.
  5. Danach arbeitet jeder AN SEINEN Schwerpunktthemen weiter. Es wird dabei so viel Zeit eingeräumt, bis ALLE ihre Punkte fertig habe. Zur Vorbereitung werden die Ergebnisse der anderen kurz gesichtet, um einen Gesamteindruck zu bekommen.
  6. Zu Beginn der gemeinsamen Abstimmung wird meine Struktur als Grundgerüst gewählt. Oliver, mit seinem einzigartigen Blick für Details und Vollständigkeit, identifiziert die Lücken meiner Struktur mit gezielten Fragen sofort. Alle ergänzen Vorschläge zur Anpassung der Struktur und füllen diese mit den wichtigsten Details.
  7. Fertig!

Innerhalb von 10 Arbeitsstunden – von der Vorstellung der Diskussionsgrundlage bis zur Ergebnisverabschiedung – hatten wir das Kategorie-System entwickelt.

 

Die von mir – und uns – wahrgenommen Vorteile dabei waren:

  • jede/r konnte sich auf den Part konzentrieren, der ihr/ihm am besten liegt
  • durch kurze Abstimmungsintervalle werden Zwischenergebnisse der anderen schnell in die eigenen Überlegungen übernommen
  • jede/r hat einen wichtigen Beitrag zum Endergebnis geleistet und kann sich mit dem Ergebnis identifizieren
  • wir waren ziemlich schnell (effizienter Einsatz der Ressourcen)
  • das Ergebnis ist vollständiger als es 4 Einzelergebnisse aus der jeweils eigenen Perspektive wären
  • das Verhältnis von Input (Zeit) und Output (Qualität und Umfang des Ergebnisses) ist optimal

 

Diese Erfahrungen sind zur Nachahmung absolut zu empfehlen. Schaut mal in Eurem Team, wer welche Stärken in der Arbeitsweise mitbringt und wie diese bestmöglich zusammengebracht werden können!

Eure Theresa

 


Wenn Du es nicht abwarten kannst und schon jetzt mehr über das verwendete Instrument erfahren möchtest (was einiges über deine Persönlichkeit aussagt😉), melde dich gerne hier bei mir: theresa@kommunikationsrebellen.de

Einfach mal ein Coffee-Break!

Starten wir mal mit der Frage: Wie sieht der Arbeitsalltag aktuell für viele aus?

Wer kann, arbeitet von zu Hause, am Schreibtisch (wenn vor­handen), am Küchentisch, vielleicht auch mal auf dem Balkon oder der Terrasse. Man arbeitet sich so durch den Tag, bearbeitet E-Mails, Chat-Nachrichten, Aufträge, Anrufe und und und. Wenn man nicht gerade für sich allein arbeitet, nimmt man an Videokonferenzen oder auch digitalen Veranstaltungen teil.

 

Der Arbeitstag ist voll und ganz auf die Arbeit konzentriert.

 

Beim Gang durch die Wohnung trifft man keine Kollegen, man kann nicht einfach mal zum Kollegen ins Büro gehen und etwas besprechen und man trifft sich auch nicht zufällig an der Kaffeemaschine und kann mal kurz „Schnacken“. Das Zwischenmenschliche geht verloren und wir arbeiten weniger im Team und mehr alleine.

 

Die gewohnten zwischenmenschlichen Momente gehen verloren.
Man verliert das Gefühl dafür, in welchem Kontext sich die Anderen bewegen.
Man lebt sich schleichend auseinander.

 

Aber muss das sein?

Wir sind uns sicher: Nein! Auch digital kann dieser Austausch, dieses Wir-Gefühl da sein.

Ich muss dafür aber aufmerksam sein und mir auch Zeit nehmen und es aktiv herbeiführen. Eine einfache Form: Einen „Digitalen Coffee-Break“ machen. Sei es geplant, an bestimmten Tagen zu festen Zeiten, oder spontan ins Team geschrieben:

 

„Ich brauche gerade mal eine Pause!
15min Coffee- Break im Video-Chat?“

 

Und dann einfach gucken, wer dazu kommt. Wie sonst auch.

 

Wichtig: Coffee-Break heißt wirklich Coffee-Break! So wie sonst an der Kaffeemaschine frei über persönliche Neuigkeiten, den Flurfunk oder auch aktuelle Aufreger gesprochen wird, soll es auch im „Coffee-Break“ sein. Nur weil man sich digital trifft, ist es kein Meeting mit offiziellem Charakter.

Probiert es aus, wenn ihr gerade bei einem Thema feststeckt oder vielleicht gerade etwas abgeschlossen habt, und ihr werdet überrascht sein, wie gut diese Pause tut – auch wenn sie digital ist.

 

lnsight: Wie machen wir als Projektteam Coffee-Breaks?

Auf allerlei Arten. Manchmal passt der bei uns fest eingeplante Coffee-Break-Termin nicht so gut und fällt dann aus, wird verschoben oder findet nur in kleinerer Runde statt. Und manchmal findet auch einfach spontan ein Coffee-Break statt, weil wir gerade die Pause brauchen, oder etwas loswerden möchten.

 

Neben dem Coffee-Break für den Austausch im Team gibt es noch viele andere Formen, die digital gut, oder sogar besser als „live“, funktionieren:

 

Gemeinsames Mittagessen,
Feierabend oder Wochenend-Start-Drink,
Spieleabend oder Diskussionsrunden.

 

Seid kreativ und aufmerksam, was ihr im Team gerade braucht und was euch in der aktuellen Situation guttut. Probiert Neues, bewahrt, was funktioniert und schmeißt über Bord, was ihr nicht mögt.

 

Ich habe zum Beispiel kürzlich von einem Team gelesen, das vereinbarte Arbeitsphasen per Videokonferenz hat. D. h. jeder, der möchte, wählt sich ein und jeder arbeitet dann einfach vor sich hin, so wie sonst im Büro. Vielleicht wird mal kurz eine Frage geäußert, schnell ein Punkt geklärt etc. Aber alle arbeiten an ihren Themen.

Das probieren wir als nächstes aus – wir werden berichten!

 

Was habt ihr an Erfahrungen gemacht?
Teilt diese mit uns, schickt uns Eure Ideen, Eure Erlebnisse – wir sind schon gespannt!

 

Eure Ines

Insights: Gute Kommunikation im Team macht vieles möglich

Die vergangenen Wochen waren für mich eher herausfordernd, da ich meinen rechten Arm nur sehr eingeschränkt benutzen konnte und kann.

 

Warum teile ich dies hier mit euch?

 

Weil ich dadurch erneut erfahren konnte, was eine gute Kommunikation im Team ausmacht und was sie auch alles ermöglicht.

 

Was habe ich ans Team kommuniziert?

  1. Ich kann meinen rechten Arm derzeit nicht benutzen, d. h. ich kann nicht tippen, ich kann nicht Maus und Tastatur gleichzeitig nutzen (bspw. PowerPoint ist also schwierig), ich kann nicht Auto fahren.
  2. Ich kann aber problemlos alles tun, wofür ich nur reden und nur digital anwesend sein muss – Meetings, Brainstormings etc. sind also kein Problem.
  3. Da Tippen nicht gut geht, werde ich kurze Nachrichten diktieren und längere als Sprachnachricht senden.
  4. Ich kann mit links arbeiten, d. h. handschriftlich schreiben und einfache Dinge am PC erledigen (Beidhänder zu sein kam mir da durchaus gelegen).

 

Was haben wir als Team daraus gemacht?

  1. Mein Team hat mich toll unterstützt und jederzeit aufgepasst, dass es mir gut geht und ich nichts tue, was ich nicht tun sollte.
  2. Wir haben unsere Aufgabenverteilung so angepasst, dass ich nur Dinge übernommen habe, die ich auch problemlos erledigen konnte.
  3. Wir haben unsere Arbeitsweise an die Umstände angepasst. So bekomme ich bspw. pdf-Dokumente für Konzepte, Präsentationen o.ä. und kommentiere diese digital handschriftlich per Tablett und das Team übernimmt die jeweiligen Anmerkungen dann.

 

Was wir daraus gelernt haben?

  1. Eine gute und klare Kommunikation ist wichtig und eröffnet viele Möglichkeiten.
  2. Ein gutes Team kann gemeinsam auch bei Herausforderungen viel erreichen.
  3. Es gibt viele interessante digitale Möglichkeiten, die im Arbeitsalltag hilfreich sind (ein Erfahrungsbericht dazu folgt separat).

 

Also habt Vertrauen in euer Team, kommuniziert gut, klar und aufmerksam miteinander und ihr könnt gemeinsam viel erreichen.

 

Eure Ines

Aufmerksam kommunizieren #1
Bewusstsein ist der 1. Schritt

In den letzten Monaten haben wir uns viel mit Literatur, aber auch mit Erfahrungsberichten rund um das Thema Kommunikation zwischen Personen, in Teams und im Unternehmen beschäftigt und sind dabei immer wieder auf einen sich wiederholenden Aspekt gestoßen:

 

„Bewusst und aufmerksam auf Kommunikation zu achten, ist ein Erfolgsfaktor für gute Kommunikation“

 

Bewusstsein ist der 1. Schritt

Dies bezieht sich sowohl auf die eigene Kommunikation als auch auf die Kommunikation von anderen. Es ist jedoch, insbesondere zu Anfang, einfacher erst einmal darauf zu achten, wie die Kommunikation anderer auf mich selbst wirkt, weil

 

(1)  ich an mir selbst erfahre, wie die Art und Weise der Kommunikation wirkt und was sie mit mir macht

„Ist sie positiv? Macht sie mich wütend? Fühle ich mich integriert oder ausgeschlossen? …“

 

(2)  es einfacher ist, nicht gleichzeitig zu kommunizieren und sich selbst zu beobachten – ich kann mich also auf eine Sache konzentrieren.

 

 

Beispiele aus unserer eigenen Erfahrung

Auch bei uns kommt es während der Projektarbeit zum ein oder anderen Missverständnis, so dass wir diese Erkenntnisse auch selbst anwenden und unsere Kommunikation klarer gestalten können.

 

Beispiel 1: Nicht falsch, sondern anders

 

Bei einer gemeinsamen Diskussion ging es um die Art und Weise, wie eine Aufgabe bearbeitet wird, wobei auffiel, dass wir diese jeweils unterschiedlich bearbeitet hatten. Darauf folgte die Aussage:

 

„Dann habe ich dies falsch gemacht.“

 

Nur ging es nicht um richtig oder falsch, sondern ganz wertfrei darum, wie wir es künftig machen wollen. Wir haben uns also auf folgende Formulierung geeinigt:

 

„Ich habe es anders gemacht“

 

Damit konnten wir das Thema neutral besprechen und das, für uns als Team, bestmögliche Vorgehen abstimmen, ohne Ideen und Inhalte einzelner zu vernachlässigen.

 

 

Beispiel 2: Ist das eine Info, Frage oder Aufgabe?

 

In der, insbesondere digitalen, Zusammenarbeit kam es immer wieder zu Missverständnissen, um was es sich bei geschriebener Kommunikation handelt. Ist das nur eine Information, eine Frage oder eine Aufgabe? Damit war also unklar, welche Reaktion der Sender erwartet und was mit der geschriebenen Kommunikation zu tun ist.

 

Unsere Lösung:

Wir schreiben nun als erstes Wort INFO, FRAGE oder AUFGABE und für jeden ist die Kommunikation – und die damit einhergehende Erwartungshaltung – klar.

 

Fazit

Wenn man bewusst darauf achtet wie kommuniziert wird und was die Kommunikation auslöst, kann man diese positiv gestalten und so Produktivität und Miteinander fördern.